Oldenburg/am – Seit Jahren stehen QR-Codes in den Startlöchern. Entwickelt wurden die Q (Quick) und R (Response)-Codes bereits in den 90iger Jahren für eine Vereinfachung der Logistik beim Automobilhersteller Toyota. Heute – angepriesen von den Medienberatern der Zeitungen – sollen sie eine crossmediale Brücke zwischen Print und Online schlagen. Nachdem sich Smartphones immer mehr auf dem Markt durchsetzen, ist eine wichtige Hürde gefallen. Aber werden QR-Codes von den Usern tatsächlich angenommen? Wie können sie sinnvoll eingesetzt werden?

Unsere nicht repräsentative Umfrage bei Twitter und Facebook ergab, dass zurzeit kaum jemand das Angebot nutzt. Hier eine Auswahl der Antworten:

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Facebook-Meinungen zu QR-Codes:

„Ich finde die Teile fast immer unnütz. Wenn ich zum Beispiel an der Bushalte ein Kinoplakat mit QR-Code sehe, würde ich ihm Leben nicht drauf kommen, mir auf dem Smartphone den entsprechenden Filmtrailer anzusehen. Draußen, wo es laut ist, wartend auf den Bus. Für mich eher QR-Kot.“

„Bisher nur beim Runterladen von Apps. Verschwindend geringe Anzahl.“

„Datenschutzrechtlich bedenklich – aber sicher! Gefährlich? Nein. Praktisch? Ja. Deutschland hinkt doch eh wieder in allen Belangen hinterher. Solange es keine öffentlichen, kostenfreien Ladestationen gibt, auch das Busticket nicht per Phone zu bezahlen ist, wäre SmartShopping ein ziemlich ferner Gedanke.“

Twitter-Meinungen zu QR-Codes

„Ich benutze sie fürs Geocaching.“

„… da steckt immer nur langweiligste Werbung dahinter. Das weiß der Kunde, darum nutzt er die Dinger nicht.“

„Leider kann ich mir das nur zu gut vorstellen… Das Problem ist, daß hinter den QR-Codes nie ein Mehrwert für den Kunden steckt.“

„Ich nutze die gar nicht. Wenn ich Print lese, greife ich nicht extra zum iPhone um den QR-Code zu entschlüsseln.“

„Super sind die Dinger auch wenn man online, am besten mit dem iPhone, etwas liest und da so ein QR-Code ist. Total beknackt.“

„Nur wenn die URLs auf die verwiesen werden soll sehr lang ist, macht es meiner Meinung nach Sinn.“

„In Printanzeigen kann ich mir die Dinger für direkte Anmeldungen f. Kurse od so, Preisangaben und Produktdetails vorstellen.“

„Ich glaube, um ehrlich zu sein, nicht, dass sehr viele Leute beim Zeitungslesen das Handy rausholen, um sich ein Video anzusehen.“

Fast alle Befragte betonten, dass ihnen ein Mehrwert fehlen würde. Es gebe wenige kreative Ideen. Ein, zwei schlechte Erfahrungen, d.h. vom Code direkt auf weitere Werbung geleitet, und das Angebot wird nicht mehr genutzt. Dabei sehen viele gute Möglichkeiten, bemängeln aber fehlende Konzepte. Immer wieder wurde wir auf ein südkoreanisches Beispiel hingewiesen:

Ein deutsches Unternehmen folgt jetzt dem asiatischen Beispiel der Firma Tesco. Interessantes bieten die QR-Codes im Bereich der Kultur, beispielsweise für Informationen über Kunstwerke oder Erklärungen zu Sehenswürdigkeiten. Ein ganzes Dorf hat sich dem schon verschrieben.

Laut einer Studie der Firma 3GVision (führender QR-Code Reader I-Nigma) zum Mobile Tagging (Scannen der QR-Codes) stieg die weltweite Verwendung von QR-Codes vom 4. Quartal 2010 zum 1. Quartal 2011 um 61,9 Prozent. Der Onlineredakteur Axel Kopp bezieht sich in einem Text auf mehrere Studien von ScanLife. Er hält die Daten für fragwürdig und sieht ein großes Eigeninteresse der Unternehmen.

Wirklich ernstzunehmende Studien konnten wir nicht finden. Auf Nachfrage erklärte das Kölner Institut E-Commerce-Center Handel (ECC, ein An-Institut der Universität Köln), dass am 26. Juni Studienergebnisse zum Thema Mobile Commerce veröffentlicht werden. Dabei geht es unter anderem um die Frage, ob QR-Codes genutzt werden. Wir sind gespannt.

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