Innenstadt

Stadtfest: Das könnte eng werden

Das 40. Oldenburger Stadtfest findet vom 27. bis zum 29. August statt. Die Housedestroyer sollen in der Kleinen Kirchenstraße auftreten.

Die Fans von „Housedestroyer“ füllen Plätze und Hallen – hier beim diesjährigen Holi-Festival auf dem Osternburger Utkiek.
Foto: privat

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Oldenburg / am – Das 40. Oldenburger Stadtfest findet vom 27. bis zum 29. August statt. Ein Programmpunkt sorgte schon im Vorfeld für Ärger in der Burgstraße. Gastwirt Hartmut Ruthenberg vom „Ulenspegel“ rief über Facebook dazu auf, „den Schwachsinn“ zu verhindern. Gemeint war der Auftritt der „Housedestroyer“, die am Freitag, 28. August, 18 Uhr in der Burgstraße auftreten sollten. Nach Beschimpfungen, Beleidigungen und Versöhnung wurde jetzt eine Lösung gefunden, die Fragen aufwirft.

In der Burgstraße werden nun eine Heavy- und eine Death Metal-Band spielen. Das ist vielleicht nicht das gewünschte Ergebnis, aber nicht weiter beunruhigend. Anders die Alternative für die DJs von „Housedestroyer“, denn sie sollen – gemeinsam mit „Stereorocker“ – in die Kleine Kirchenstraße / Bergstraße ziehen. Dort werden eine Bühne und Bierwagen aufgestellt. Und das könnte eng werden, meinen die „Housedestroyer“.

Drei Wochen vor dem Auftritt haben mehr als 6300 Fans ihre Teilnahme über Facebook angekündigt. Da die DJs Jan Meiners und Nils Janssen unter anderem bereits die EWE Arena, die Kongresshalle und die Kulturetage gefüllt und für ausverkaufte Häuser gesorgt haben, könnten es noch weit mehr Teilnehmer werden, die am Stadtfest-Freitag in Oldenburg an dem Innenstadt-Rave teilnehmen wollen. „Aus unserer Erfahrung rechnen wir mit mehr Menschen als zugesagt haben“, so Nils Janssen und  Jan Meiners. Dem Vorschlag, während der laufenden Veranstaltung auf den Waffenplatz zu wechseln, erteilt er eine Absage, das sei nicht möglich. „Wie soll das gehen?“ Wenig begeistert ist er auch von der Tatsache, dass statt eines Security-Teams nur ein Aufpasser für die Verhinderung von Wildpinkeln anwesend sein soll. „Wenn die Sicherheit nicht zu 100 Prozent gewährleistet ist, treten wir nicht auf. Wir wollen die Leute nicht gefährden“, so Meiners.

Sicherheitsbesprechungen wurden geführt und ein entsprechendes Konzept würde vorliegen, sagt Reinke Haar vom Stadtfestorganisator E & M Marketing GmbH. „Das Stadtfest bietet viele Parallelangebote, es konzentriert sich nicht auf einen Fleck.“ Carsten Metz von der Bad Zwischenahner Veranstaltungsagentur Breitinger (zuständig für den Veranstaltungsbereich in der Kleinen Kirchenstraße) glaubt, dass hier zu viel Wirbel gemacht würde. „Die, die bei Facebook ‚liken‘, sind nicht unbedingt diejenigen, die wirklich kommen. Der Stadtfest-Freitag wird zudem erfahrungsgemäß nicht so stark frequentiert wie beispielsweise der Donnerstag.“ Aber er findet, dass über Sicherheit natürlich gesprochen werden muss.

Auf Anfrage teilte die Stadt mit: „Das Bürger- und Ordnungsamt war informiert, dass die Gruppe ‚Housedestroyer‘ während des Stadtfestes in der Kleinen Kirchenstraße auftreten sollte. Ebenfalls ist uns bekannt, dass aufgrund der aktuellen Facebook-Hinweise auf sehr hohe Besucherzahlen derzeit Gespräche zwischen der Gruppe und dem Stadtfestorganisator zu einem Alternativstandort geführt werden. Am 7. August wird es zudem ein Gespräch mit dem Stadtfestorganisator, einem Vertreter der Housedestroyer, der Polizei, der Feuerwehr und der Stadt zu dieser Thematik geben.“

Über das Ergebnis wird die OOZ-Redaktion morgen an dieser Stelle informieren. (am)

Update: 7. August, 15.19 Uhr

Die Stadtverwaltung teilt nach der Begehung mit: „Die DJs „Housedestroyer“ waren für einen Auftritt während des Stadtfestes von einem Gastronomen angefragt, der im Rahmen eines Gesamtkonzeptes, das mehreres Bands umfasste, die Bühne in der Kleinen Kirchenstraße gestaltet. In einem gemeinsamen Gespräch mit Stadtfestorganisator, Stadtverwaltung, Polizei, Feuerwehr, dem betreffenden Gastronomen und den DJs hat man sich darauf verständigt, dass der Auftritt nicht ins Gesamtkonzept der Bühne passt.

Zuvor wurde übereinstimmend festgestellt, dass die von den DJs angekündigten neuen Besucherzahlen von angeblich über 6000 einen Auftritt am geplanten Ort nicht mehr durchführbar machen.

Die Frage einer möglichen Untersagung durch die Stadtverwaltung aus sicherheitstechnischen Gründen stellte sich daher nicht mehr.“

Wir müssen unseren geplanten Auftritt auf dem Oldenburger Stadtfest leider absagen. Alles bitten um einen größeren Platz hat leider nichts gebracht. Auch die Tatsache das tausende Fans über Facebook zugesagt haben, ändert nichts an der Tatsache das uns kein größerer Platz zur Verfügung gestellt werden kann.

Update: 7. August, 15.50 Uhr

Housedestroyer dazu: „Wir sind von der riesigen Resonanz unserer Fans selbst überrascht worden und nachdem die Bühne von einem verhältnismäßig kleinem Platz auf den kleinsten Platz verlegt wurde, mussten wir nach Absprache mit den Behörden die Reissleine ziehen und haben heute zusammen mit dem Gastronom beschlossen diesen Termin, den wir gerne gespielt hätten, abzusagen. Ein toller Abend mit unseren Fans auf dem Stadtfest unter freiem Himmel wäre auch für uns selbst etwas ganz besonderes geworden – aber die Sicherheit steht an erster Stelle.“

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6 Kommentare

  1. Dirk
    6. August 2015 um 20.22 — Antworten

    Das nennt man auch Selbstüberschätzung und/oder Größenwahn.

    Mich wundert, dass der Herr sich nicht auf eine Stufe mit den Rolling Stones oder AC/DC stellt. Plattenschubser, nicht mehr und nicht weniger.

  2. Holger
    6. August 2015 um 22.02 — Antworten

    Immerhin Plattenschubser. Wäre schön für das Stadfest, wenn die Housedestroyer viele Besucher haben.
    Livebands mit Rock/Pop/was-halt-so-gespielt-wird-Repertoire gibt es dort genug.

  3. Dirk
    7. August 2015 um 4.38 — Antworten

    Tach Holger,

    mal wieder ein „Tja“ von mir. Jeder hat so seine Meinung dazu – Komisch das die Gruppen mit eben diesen
    „Rock/Pop/was-halt-so-gespielt-wird-Repertoire“ den meisten Zulauf haben!

    Leider hast Du meinen Beitrag nicht für 3 Cent verstanden. Wundert mich aber nicht!

    Viel Spaß mit den 125 anderen Leuten bei dem Megaevent!

    Mir tut einfach dieser Sicherheitsdienst leid. Da wird bestimmt ein Streichholz gezogen „So, einer von Euch muss sich dem Mist jetzt opfern!“

    • Holger
      7. August 2015 um 18.20 — Antworten

      „Viel Spaß mit den 125 anderen Leuten bei dem Megaevent!“

      Danke!

  4. Werner Lorenzen-Pranger
    7. August 2015 um 6.26 — Antworten

    Kommen diese ulkigen Humpta-CD-Player, von denen es auf dem Stadtfest sowieso schon viel zu viele und viel zu laute gibt, auch für lau? Das Kinderstadtfest darf jedenfalls auch in diesem Jahr laut Programm wieder mal möglichst gar nichts kosten – oder werden die seit der Erfindung der Fitnessstudios dahinsiechenden Sportvereine für ihre Eigenwerbung etwa bezahlt?

    • Werner Lorenzen-Pranger
      8. August 2015 um 10.35 — Antworten

      Tja, jetzt kommen die gar nicht, wie die NWZ heute schreibt.
      Da ich gerade beim Thema „DJ“ bin – was ist eigentlich aus den Bemühungen des Deutschen Discjockey-Verbandes geworden, den „DJ-s“ beizubringen, daß zu große Lautstärke Musik nicht befördert, sondern, inclusive der Ohren des Publikums, kaputt macht? Diese Schulungen haben vor ca. 25 Jahren begonnen. Ist das inzwischen wegen der Lernunfähigkeit der überwiegenden Mehrheit dieser Möchtegern-Künstler inzwischen wieder eingestellt?

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