Oldenburg

Umzug des Finanzamtes gestartet

Die Leiterin des Staatlichen Baumanagements Osnabrück-Emsland, Cristina von Pozniak-Bierschenk, und der Finanzamt-Leiter German Unland (links) stellten dem Niedersächsischen Finanzminister Peter-Jürgen Schneider bei einem Rundgang das neue Gebäude vor.

Die Leiterin des Staatlichen Baumanagements Osnabrück-Emsland, Cristina von Pozniak-Bierschenk, und der Finanzamt-Leiter German Unland (links) stellten dem Niedersächsischen Finanzminister Peter-Jürgen Schneider bei einem Rundgang das neue Gebäude vor.
Foto: Anja Michaeli

Oldenburg (am) Der niedersächsische Finanzminister Peter-Jürgen Schneider hat heute das neue Finanzamtsgebäude besichtigt und damit den Startschuss für den Umzug von der 91er Straße zum Stubbenweg 42 gegeben. Zurzeit werden die Büros eingerichtet, der wesentliche Teil des Standortwechsels soll am kommenden Wochenende stattfinden.

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Nachdem feststand, dass das Gebäude in der 91er Straße nicht mehr saniert werden kann, fiel 2016 die Entscheidung für den Umzug (die OOZ berichtete mehrfach). „Es bestand Gefahr für Leib und Leben“, berichtete Schneider beim heutigen Besuch. Die Planungen und Ausschreibungen mussten in aller Eile vorangetrieben werden. Innerhalb von drei Wochen wurde die Ausführungsplanung durchgeführt. „Dafür benötigt man normalerweise neun Monate“, erklärte die Leiterin des staatlichen Baumanagements Osnabrück-Emsland, Cristina von Pozniak-Bierschenk. Größtes Problem sei dabei die Grundstückssuche gewesen, sagt Schneider. Am Stubbenweg wurde man schlussendlich fündig. „Das Grundstück wurde für zehn Jahre angemietet. Verlängerungen um dreimal drei Jahre sind möglich – also insgesamt 19 Jahre“, so der Finanzminister.

Vier Kilometer Akten müssen zum neuen Standort gebracht werden

Vier Kilometer Akten müssen zum neuen Standort gebracht werden.
Foto: Anja Michaeli

Das alte Finanzamtsgebäude an der 91er Straße muss abgerissen werden. Wegen der Asbestgefahr kommt dafür nur eine vorsichtige Abtragung in Frage.

Das alte Finanzamtsgebäude an der 91er Straße muss abgerissen werden. Wegen der Asbestgefahr kommt dafür nur eine vorsichtige Abtragung in Frage.
Foto: Katrin Zempel-Bley

In das neue H-förmige Gebäude des Oldenburger Finanzamtes werden rund 300 Beschäftigte einziehen.

In das H-förmige Gebäude werden rund 300 Beschäftigte einziehen.
Foto: Anja Michaeli

Finanzminister Hans-Jürgen Schneider hat sich im Beisein von Finanzamtsvorsteher German Unland in das Gästebuch des Finanzamtes eingetragen.

Finanzminister Hans-Jürgen Schneider (links) hat sich im Beisein von Finanzamtsvorsteher German Unland in das Gästebuch des Finanzamtes eingetragen.
Foto: Katrin Zempel-Bley

Innerhalb von drei Monaten wurde das Gebäude errichtet. Bereits im Oktober stand der Rohbau aus Modulen. „Eine konventionelle Bauweise – Stein auf Stein – war wegen der Zeit ausgeschlossen“, so Schneider. Obwohl der geplante Umzugstermin im Januar um einen Monat verschoben werden musste, wurde der Neubau termingerecht erstellt. Während die unter anderem 175 Büros, Seminar-, Besprechungs- und Archivräume und die neue Infothek bezugsfertig sind, finden zurzeit noch Restarbeiten an den Außenanlagen statt. Aufgestellt wurde bereits ein Kunstwerk des Künstlers Georg Schmidt-Westerstede. „Der Brunnen ist so wertvoll, den haben wir natürlich mitgenommen“, sagt Finanzamtsvorsteher German Unland.

Die rund 300 Beschäftigten des Finanzamtes ziehen jetzt in das H-förmige Gebäude ein, das aus 165 Modulbauteilen besteht und eine Nutzfläche von 6551 Quadratmetern umfasst. „Der Umzug läuft in vier Paketen ab“, so Unland. Bevor die Akten zum neuen Standort gebracht werden, müssen alle Regale aufgestellt sein. Es folgen 2000 Kartons, 300 Computer, Stühle, Server, Telefone. Bis auf einen Schließungstag am 10. Februar sollen die Bürger davon möglichst wenig bemerken. Am 13. Februar nehmen die ersten Beschäftigten wieder ihren Dienst auf, am 20. Februar wird das Finanzamt für den Publikumsverkehr wie gewohnt geöffnet. Ab sofort ist das Finanzamt unter der Rufnummer 0441 / 23 80 erreichbar. Faxe werden ab dem 13. Februar unter der Nummer 0441 / 238 10 00 entgegengenommen.

Insgesamt kostet der Neubau zirka 14,5 Millionen Euro. Weitere Kosten wird die Abtragung des ehemaligen Finanzamtes an der 91er Straße nach sich ziehen. Das rund 40-jährige Verwaltungsgebäude weist gravierende Betonschäden an den Fassadenplatten und Außenstützen auf. Eine dauerhafte Standsicherheit ist nicht mehr gewährleistet. In dem Gebäude von 1975 wurde zudem das krebserregende Asbest verbaut. „Das wird sehr, sehr teuer“, weiß Schneider. Zurzeit finden Untersuchungen statt. Ob das Finanzamt an dieser Stelle wieder aufgebaut wird, ließ der Finanzminister offen. Oberbürgermeister Jürgen Krogmann, auf der Suche nach Baugrundstücken, habe sich bereits zu einem Gesprächstermin angemeldet. Aber nach heutigem Erkenntnisstand werde diese Entscheidung erst in zwei, drei Jahren getroffen. Die Übergangslösung am Stubbenweg kann demnach eine lang andauernde sein. „Wie sich die Situation entwickelt, muss sich noch zeigen“, sagt Schneider. Auf jeden Fall sei es keine kurzfristige Unterbringung.

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1 Kommentar

  1. M. Walloschke
    16. Februar 2017 um 15.39 — Antworten

    Warum werden in keinster Weise die Mitarbeiter des Staatliche Baumanagement Niedersachsen Zweigstelle Oldenburg-Wilhelmshaven erwähnt, die auch einen wichtigen Teil der Bauplanung des Neuen Finanzamtes mit übernommen bzw. geleisten haben??
    Warscheinlich ist das Frau Cristina von Pozniak-Bierschenk nicht in Erinnerung geblieben. Kann ja mal passieren. 🙁

    Sollte aber nicht !

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