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Landwirtschaftsminister setzt auf Tierwohlprämien

Landwirtschaftsminister Christian Meyer setzt auf Tierwohlprämien.

Landwirtschaftsminister Christian Meyer setzt auf Tierwohlprämien.
Foto: Katrin Zempel-Bley

Oldenburg (zb) – „Niedersachsen ist bundesweit Vorreiter bei der Verbesserung von Tierschutz und Tierwohl“, erklärte Christian Meyer, Minister für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, anlässlich des 10. Niedersächsischen Tierschutzsymposium in Oldenburg, an dem mehr als 200 Amtstierärzte, Vertreter aus Landwirtschaft, Wissenschaft und Tierschutzorganisationen aus dem gesamten Bundesgebiet teilnahmen.

Die Veranstaltung, zu dem das Ministerium und das Niedersächsische Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) alle zwei Jahre einladen, zeichnet sich durch seine einmalige Kombination von Vorträgen und Exkursionen aus. Schwerpunkt des Symposiums war die Nutztierhaltung. Der niedersächsische Tierschutzplan bildet dabei die wichtigste Grundlage.

„Seit Ende letzten Jahres stehen die ersten durch eine Tierwohlprämie geförderten Mastschweine und Legehennen in den Ställen und immer mehr Landwirte sehen darin eine große Chance“, stellt Meyer fest. Zum ersten Mal überhaupt werden in Deutschland Prämien dafür ausgelobt, dass Schweinen nicht mehr die Ringelschwänze und Legehennen nicht mehr die Schnäbel gekürzt werden. „Wir brauchen viel mehr Anreize und eine stärkere finanzielle Umschichtung, um Landwirten den Schritt zu mehr Tierwohl zu ermöglichen“, erklärte er.

Möglicherweise zeichnen sich Lösungen ab, um das Kupieren von Ringelschwänzen zu beenden. In Norwegen, so wurde während der Tagung berichtet, gibt es dieses Problem trotz gleich großer Tierbestände kaum. Grund sind befestigte Böden anstatt Spaltenböden und ausreichend Wühlmaterial, was die Schweine vor Schwanzbeißverletzungen schützt. „Schweine müssen beschäftigt werden. Genau das tun die Landwirte in den skandinavischen Ländern“, berichtet der Minister und weist darauf hin, dass es dort zudem kaum Probleme mit resistenten Keimen gibt, „weil der Antibiotikaverbrauch erheblich geringer ist als bei uns.“

Schweine müssen beschäftigt werden, um Schwanzbeißverletzungen vorzubeugen.

Schweine müssen beschäftigt werden, um Schwanzbeißverletzungen vorzubeugen.
Foto: Katrin Zempel-Bley

„Doch auch hier gibt es positive Entwicklungen“, freut sich Meyer, der die Weiterentwicklung im Tierschutz mit der dringend gebotenen Antibiotikaminimierung verzahnt. Die Reduktion könne nur durch Verbesserungen in der Tierhaltung erreicht werden. Außerdem dürften nur kranke Tiere behandelt werden und nicht prophylaktisch ganze Bestände, betont der Minister. „In den nächsten Jahren wird der Antibiotikaeinsatz halbiert sein“, kündigt er an.

Das Wegwerfen von männlichen Eintagsküken bezeichnet Meyer als ethisch fragwürdiges System. Hier werde über Änderungen nachgedacht. Demnächst werde es eine Früherkennung geben, so dass männliche Küken nicht weiter bebrütet werden. Gegenwärtig werden sie gleich nach der Geburt getötet und dienen Reptilien und anderen Tieren in Zoos und Vogelstationen als Futter.

Grundsätzlich spricht sich der Minister für eine viel stärkere Einbindung des Handels aus. Alle Produkte sollte entsprechend gekennzeichnet sein, so dass der Verbraucher erkennen kann, ob bei tierischen Produkten Tierwohl im Vordergrund steht oder nicht, ob die verwendeten Eier von Hühner stammen, deren Schnäbel gekürzt wurden oder nicht. Das gleiche gelte für Schweine mit kupierten Ringelschwänzen oder Milch von Kühen, die tatsächlich auf der Weide stehen.

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