Krankenschwestern und ein Pfleger der Heil- und Pflegeanstalt Wehnen vor dem Hauptgebäude der Klinik um 1943. Im Hintergrund Patienten hinter vergitterten Fenstern.
Foto: Archiv / Privatbesitz
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Oldenburg (zb/pm) – Der Gedenkkreis Wehnen und der Oldenburger Förderverein Internationales Fluchtmuseum haben den Oldenburger Medizinhistoriker Dr. Ingo Harms vom Institut für Geschichte und Ethik der Medizin an der Universität Heidelberg beauftragt zu untersuchen, wohin die Anteile staatlicher Fürsorgegelder geflossen sind, die der Staat Oldenburg durch die Hunger-Euthanasie in seinen Einrichtungen während der Jahre 1933-1946 eingespart hat.
Die Untersuchung steht unter dem Arbeitstitel „Ökonomie und Krankenmord. Der Landesfürsorgeverband Oldenburg zwischen Rassenhygiene und Kommunalverwaltung.“ In verschiedenen Studien führte Harms bereits den Nachweis, dass Hunderte von Patienten in der Heil- und Pflegeanstalt Wehnen, dem Gertrudenheim Oldenburg und der Pflegeanstalt Kloster Blankenburg einer radikalen Kürzung ihrer Ernährung und Pflege zum Opfer gefallen sind. Die Menschen starben, weil der öffentlichen Fürsorge Millionenbeträge entzogen wurden. Verantwortlich dafür war der Landesfürsorgeverband, damals eine Abteilung des Oldenburgischen Innenministeriums.