Schule

3D-Drucker: Motivation kommt von alleine

Lehrer Rainer Lüllmann vom Bildungszentrum Technik und Gestaltung Oldenburg setzt 3D-Drucker im Unterricht ein. Beim Verein Kreativität trifft Technik wurden zahlreiche neue Ideen für Projekte entwickelt.

Rainer Lüllmann setzt 3D-Drucker im Unterricht ein. Beim Verein KtT wurden zahlreiche neue Ideen für Projekte entwickelt.
Foto: Anja Michaeli

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Oldenburg (am) – An einer zweitägigen Fortbildung im Rahmen des Projektes „Fabulé – FabLabs als kreative Umgebung für Wirtschaft, Wissenschaft und Bildung“ haben am Wochenende 23 Lehrerinnen und Lehrer aus Niedersachsen teilgenommen. Die Weiterbildung fand in den Räumen des Vereins Kreativität trifft Technik (KtT) im alten Postgebäude statt.

Rund zwei Drittel der Teilnehmer waren „Wiederholungstäter“. In vorangegangenen Kursen hatten sich die Lehrkräfte bereits 3D-Drucker gebaut. Nun ging es neben den Informationen für die „Neuen“ um Erfahrungsaustausch, Ideenbörse und Vernetzung. „Ich nehme ein paar gute Ideen mit nach Hause“, so die Berufsschullehrerin Sabine Keilen aus Papenburg. Sie fand besonders die Projektarbeiten der Kollegen interessant, die mit ihren Schülern unter anderem Handyhalterungen für Räder oder Lampen zum Anklemmen an Laptop-Bildschirme gebaut haben.

Lehrer Martin Janik von den Berufsbildenden Schulen Osterholz, der sich mittlerweile vom Teilnehmer zum Dozenten entwickelt hat, stellte die Frage nach der Motivation der Schüler und bekam prompt eine Antwort: „Einfach den 3D-Drucker laufen lassen, dann sind sie schon fasziniert.“ Die Teilnehmer waren sich einig, dass die Schüler ein großes Interesse an neuen Technologien haben. Janik wies auf das breite Einsatzspektrum hin. In der Physik könnte Mechanik neu begreiflich gemacht, in Mathematik Vektoren erklärt werden und die Mitglieder einer Theater AG wären in der Lage, den Schädel für eine Faustaufführung anzufertigen. „Die Möglichkeiten sind unendlich.“

Rainer Lüllmann vom Bildungszentrum Technik und Gestaltung (BZTG) Oldenburg, hat seinen 3D-Drucker, den er aus einem Bausatz im KtT erstellt hat, im Unterricht der Berufsfachschule Informationstechnik eingesetzt. Es wurden die von einem Schüler entworfenen Prellböcke für eine Modelleisenbahn gedruckt. Einige Schüler waren so motiviert, dass sie begonnen haben, sich in ihrer Freizeit in CAD-Programme einzuarbeiten. Ein hohes Maß an Eigeninitiative sei erforderlich, so Lüllmann. Noch würde die Technologie nicht flächendeckend im Unterricht eingesetzt, denn sie sei nicht Bestandteil der Lehrpläne. Den Austausch mit den niedersächsischen Kollegen bewerte Rainer Lüllmann positiv: „Es ist schön, sich zwei Tage intensiv mit einem Thema zu befassen.“

Das Projekt „Fabulé“ wird von der Metropolregion Bremen-Oldenburg gefördert. Weitere Unterstützer sind die Städte Oldenburg, Bremen und Delmenhorst, der Landkreis Osterholz, die Wachstumsregion Hansalinie und der Verein deutscher Ingenieure (VDI). Über die Eröffnung von Fabulé schrieb die OOZ-Redaktion hier.

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