Politik

Neu-Ratsherr Baak möchte in den Landtag

Der Oldenburger CDU-Durchstarter Christoph Baak will in den Landtag und im Stadtteil Oldenburg-Süd kandidieren.

Beginn einer Blitzkarriere: Christoph Baak (rechts) am Abend seiner ersten Niederlage gemeinsam mit dem neuen Oberbürgermeister Jürgen Krogmann.
Foto: Anja Michaeli

Oldenburg (Michael Exner) Der Oldenburger CDU-Durchstarter Christoph Baak will in den Landtag. Der 50 Jahre alte Werbekaufmann unterrichtete am Wochenende den Parteivorstand über seine Bewerbung um eine Kandidatur für die Landtagswahl 2018 im südlichen der beiden Stadt-Oldenburger Wahlkreise.

Anzeige

Mit dieser Ankündigung machte der Politik-Frischling den nächsten Schritt einer zumindest für traditionelle Parteilebensläufe ungewöhnlichen Blitzkarriere. Christoph Baak hatte Anfang 2014 zunächst den CDU-Vorstand mit seiner Bewerbung leicht überrumpelt und dann vor ziemlich genau zwei Jahren noch als Parteiloser für die Union bei der Oberbürgermeisterwahl mit 25 Prozent im ersten Wahlgang und 30 Prozent bei der Stichwahl zwar klar gegen Jürgen Krogmann (SPD) verloren, dabei aber jeweils bessere Ergebnisse erzielt als die CDU bei der Ratswahl von 2011. Auch bei der Wahl vor einer Woche blieb die CDU mit 22,2 Prozent unter diesen Marken.

Danach wurde Baak in schneller Folge bei den Christdemokraten Stadtbezirksverbandsvorsitzender, Partei-Vize und Spitzenkandidat in einem der Wahlbezirke für die Kommunalwahl vom 11. September. Bei der gelang ihm ein bemerkenswerter Einstand. Mit 1586 Stimmen nahm er nicht nur die für weitere Karriereschritte öffentlich selbstgesetzte Hürde von 1000 Stimmen, er holte auch den drittbesten Wert aller CDU-Ratsmitglieder. „Aus diesem Ergebnis ziehe ich meine Motivation“, sagte Baak am Wochenende, „immerhin habe ich besser abgeschnitten als mein vermutlicher Gegenkandidat.“ Die Anspielung gilt dem SPD-Vorsitzenden Ulf Prange (41), der den Wahlkreis bei seinem ersten Antreten 2013 direkt gewonnen hatte, bei der Ratswahl aber mit 1372 Stimmen hinter dem CDU-Kontrahenten gelandet war. Im Rat strebe er den stellvertretenden Fraktionsvorsitz und den Vorsitz in einem Ausschuss an, sagte Baak. Im Falle seiner Wahl in den Landtag werde er das Ratsmandat auf jeden Fall behalten. Auch das ist eine Spitze gegen Prange, der seinen 2011 errungenen Sitz nach der Wahl in den Landtag niedergelegt hatte und nun wieder in den Rat zurückkehrt.

Baak betritt mit seiner Kandidatur (die ohnehin erst von der Partei bestätigt werden muss) schwieriges Terrain. Der Wahlkreis Oldenburg-Süd ist über Jahrzehnte hinweg mit Ausnahme der als schwarze Nächte in die Landesgeschichte eingegangen Wahlen von 2003 (Abwahl SPD-Regierung Gabriel) und 1982 (absolute Mehrheit CDU-Regierung Albrecht) stets von der SPD direkt gewonnen worden. Und gute Listenplätze sind rar bei der Landes-CDU. Seit 2013 sind Oldenburgs Christdemokraten nicht mehr im Landtag vertreten. Ihr Wahlkreis-Kandidat von 2013, der alte und neue Ratsfraktionsvorsitzende Olaf Klaukien (42), hatte aus beruflich-familiären Gründen auf ein erneutes Antreten verzichtet.

Vorheriger Artikel

Filmfest: Ehrenpreise für Honoré, Plummer und Cage

Nächster Artikel

Filmfest: Publikum votet für „The Apprentice“

2 Kommentare

  1. Werner Lorenzen-Pranger
    26. September 2016 um 7.22 — Antworten

    Wohl deshalb war Baak der einzige Kandidat, der vor der Kommunalwahl – in der Berichterstattung der NWZ über das Stadtfest etwa – auf ihren Seiten auch ohne eine Annonce zu zahlen sichtbar wurde. Gleich mehrfach tauchte sein Foto auf – und nein, natürlich manipuliert die NWZ mit solchen Methoden nicht zugunsten einer Partei. Wie käme man bei diesem „unabhängigen und überparteilichem“ Blatt denn auch auf sowas? Die Kandidaten der anderen Parteien gehen eben nicht z.B. aufs Stadtfest, so einfach ist das… 🙂

    • Barbara Klebinger
      28. September 2016 um 2.54 — Antworten

      Danke.

Einen Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.