Ausstellung

Zwischen Liebes- und Todestrieb

Michael Kroos, Dr. Jutta Moster-Hoos, Inge von Danckelmann und Dr. Friedrich Scheele (von links) freuen sich über die Neuerwerbungen.

Michael Kroos, Dr. Jutta Moster-Hoos, Inge von Danckelmann und Dr. Friedrich Scheele (von links) freuen sich über die Neuerwerbungen.
Foto: Katrin Zempel-Bley

Oldenburg (zb) Das Horst-Janssen-Museum ist um einige Schätze reicher. Michael Kroos, Vorsitzender der Freunde und Förderer des Horst-Janssen-Museums, und seine Vertreterin Inge von Danckelmann, überreichten dem Haus gleich mehrere Neuerwerbungen, von denen einige bereits in der nächsten Woche in der Ausstellung „Geile Sybillchen“ gezeigt werden.

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Bei den Neuerwerbungen handelt es sich um den Radierzyklus „Postscriptum“ von 1984, bestehend aus 14 Blättern, und das Werk „Die Novizin“ von 1992, bestehend aus einer Farbradierung und zwei Zustandsdrucken, die besonders wertvoll für die Museumspädagogik sind. „Wir freuen uns sehr, dass der Freundeskreis mit diesen Dauerleihgaben unsere Bilderwünsche erfüllt und unsere Sammlung um besondere Stücke bereichert hat“, erklärte Museumsdirektor Dr. Friedrich Scheele.

Eine Janssen-Sammlerin, die im Besitz des Radierzyklus war, wandte sich gezielt ans Museum. „Wir haben den Freundeskreis informiert, der hat Kontakt zu der Sammlerin aufgenommen“, berichtet Museumsleiterin Dr. Jutta Moster-Hoos. „Der Frau war es wichtig, dass die Werke ins Horst-Janssen-Museum kommen“, sagt Kroos. Schnell wurde man sich handelseinig, wobei die Sammlerin dem Verein preislich entgegen gekommen ist.

„Postscriptum“ ist die Fortführung des Radierzyklus „Brief an Mirjam“, in dem Janssen einen anonymen Mann mit zwei Mädchen erotisch interagieren lässt. Liebes- und Todestrieb sind hier nah beieinander. „Es ist ein anschauliches Bild für das immer wiederkehrende Thema ‚Eros und Thanatos‘ in Janssens Werk“, sagt Moster-Hoos. Statt magerer, schematisch wirkender Mädchenklone treten hier Mädchen mit Knochenmännern auf.

Die Farbradierung „Die Novizin“ aus dem Jahr 1992 mit ihren zwei zugehörigen Zustandsdrucken stammt von einem hiesigen Sammler und führt dem Betrachter eindrucksvoll vor Augen, wie die Radiertechnik funktioniert. In dem die beiden Zustandsdrucke mit dem endgültigen Werk kombiniert werden können, lässt sich der Prozess der Herstellung auch für den Laien nachvollziehen. Es handelt sich um ein rätselhaftes Bild, auf dem zwei Figuren zu erkennen sind. Doch wer die Novizin ist, lässt sich nicht zweifelsfrei klären.

Museumsdirektor Dr. Friedrich Scheele hob die großartige Zusammenarbeit mit dem Förderverein hervor und berichtete, dass Sammler häufiger den Kontakt zum Museum suchen. „Wir hoffen, dass wir eines Tages alle Radierzyklen im Horst-Janssen-Museum haben“, sagt er. Kroos begrüßt die sehr kooperative Zusammenarbeit mit dem Museum und hofft umgekehrt, dass der Verein auch künftig interessante Neuerwerbungen angeboten bekommt und sie erschwingen kann.

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