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Ökonom fordert weitere Entlastungspakete wegen Inflation

Einkaufsregal in einem Supermarkt, über dts Nachrichtenagentur

Düsseldorf (dts Nachrichtenagentur) – Der Direktor des gewerkschaftsnahen Wirtschaftsforschungsinstituts IMK, Sebastian Dullien, hat vor überzogenen Erwartungen an die Tarifpolitik bei der Inflationsbekämpfung gewarnt und weitere staatliche Entlastungspakete gefordert. „Wir werden in diesem Jahr eine Inflation von durchschnittlich knapp sieben Prozent haben“, sagte Dullien dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Samstagausgaben).

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Gesamtwirtschaftlich könne die Tarifpolitik das kurzfristig nicht kompensieren. „Das bedeutet, dass Kaufkraft verloren geht“, so der IMK-Chef. „Idealerweise müsste der Staat einspringen und jetzt dies ausgleichen. Die Tarifpolitik müsste in der Folge diese Kaufkraftverluste wieder nachhaltig zurückholen, gegebenenfalls in mehreren Schritten“, so Dullien weiter.

Befragungen des IMK zeigten, dass große Teile der Bevölkerung sich derzeit finanziell belasteter fühlen als jemals in den Zeiten der Coronakrise. „Das muss eingefangen werden. Und das ist derzeit die Aufgabe des Staates. Es müsste ein weiteres Entlastungspaket kommen, zusätzlich zu den Rentenerhöhungen, die im September kommen, und zu den Entlastungspaketen, die schon beschlossen wurden“, forderte der Ökonom.

Foto: Einkaufsregal in einem Supermarkt, über dts Nachrichtenagentur

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1 Kommentar

  1. W. Lorenzen-Pranger
    4. Juni 2022 um 23.47 — Antworten

    „Idealerweise müsste der Staat einspringen und jetzt dies ausgleichen.“

    Ist das so? Immerhin haben wir längst eine Inflation von ÜBER sieben Prozent, und, statt daß der Staat Steuern dort senkt, bzw. sogar abschafft,wo sie gerade für die Niedriglöhner oder Leistungsbezieher am schwersten zu verkraften sind, will man jetzt gegensteuern, in dem man zurück gibt? Das ist eine Beschäftigungstherapie im öffentlichen Dienst, nichts weiter. Die Leute eben dort, in diesem öffentlichen Dienst, könnte man wahrhaft sinnvoller einsetzen. Da, wo es um brauchbare und intakte Verkehrswege, um „Kundenfreundlichkeit“ in der Kommunikation mit den Bürgern geht – usw.
    Die fetten Jahre sind wohl auch für Politik und Verwaltungen endgültig vorbei.

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