Ökonom: Trump zieht Deutschland Richtung Rezession

Die von Donald Trump angekündigten „reziproken“ Zölle könnten Deutschland im Jahr nach dem Inkrafttreten 0,5 Prozent Wirtschaftswachstum kosten. „Wir sehen, wie sich die USA aus dem Freihandel verabschieden“, sagte der Kieler Handelsökonom Julian Hinz der FAZ.
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„Die Zölle würden eine Belastungsprobe für einige deutsche Sektoren und Firmen, für die die USA ein wichtiger Markt sind.“ Für die Pharma-, Chemie und die Autoindustrie sowie den Maschinenbau sind die Vereinigten Staaten einer der wichtigsten Märkte. Das Wachstumsminus von 0,5 Prozent des deutschen Bruttoinlandsprodukts entspricht umgerechnet mehr als 20 Milliarden Euro. Das Kieler Szenario enthält noch keine möglichen Gegenmaßnahmen der EU.
Die Zollankündigung tritt die deutsche Volkswirtschaft in einem Moment, in dem nach zwei Jahren Schrumpfung gerade wieder etwas Wachstumshoffnung aufgekommen war. Die Wachstumsprognosen für das laufende Jahr bewegten sich knapp oberhalb der Nulllinie. Sollten die Zölle nun kommen, droht damit eine Rezession und ein drittes Jahr mit schrumpfender Wirtschaftsleistung infolge.
Die größten Schäden der angekündigten Zölle erleidet den Berechnungen zufolge aber Amerika selbst. Die US-Wirtschaft verliert demnach rund 1,9 Prozent ihrer Wirtschaftsleistung und muss einen Preisanstieg um mehr als 1,7 Prozent hinnehmen. Allerdings sagte Forscher Hinz, dass diese riesigen Effekte noch mit Vorsicht zu genießen seien. Deutsche und europäische Unternehmen kämen zumindest insofern glimpflich davon, dass Zölle auch für die Produkte aus China und anderen konkurrierenden Ländern gelten. Exporteure in die USA seien im Durchschnitt nicht schlechter gestellt.
dts Nachrichtenagentur
Foto: Industrieanlagen (Archiv), via dts Nachrichtenagentur
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