Agrarpolitik: Verkehrschaos droht wegen Großdemonstration

Der Landwirte-Protest wird für erhebliche Verkehrsbeeinträchtigungen sorgen.
Oldenburg (am/pm/ots) In Oldenburg werden morgen, 22. Oktober, massive Verkehrsbehinderungen erwartet. Grund ist eine Großdemonstration von Landwirtinnen und Landwirten gegen die Agrarpolitik der Bundesregierung. Die Teilnehmenden planen, in Sternfahrten über alle wichtigen Zufahrtsstraßen zum Versammlungsgelände an den Weser-Ems-Hallen zu gelangen. Es wird mit rund 1000 Traktoren aus dem gesamten Nordwesten Niedersachsens gerechnet, die sich am Morgen in mehreren Konvois aus dem Umland auf den Weg nach Oldenburg machen werden. Die Polizei bereitet sich mit einem Großaufgebot an Kräften auf die Ausnahmesituation vor. Es wird ein Bürgertelefon eingerichtet.
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Die eigentliche Kundgebung auf der Freifläche an den Weser-Ems-Hallen soll von 11 bis 13 Uhr stattfinden. Es ist daher davon auszugehen, dass es durch die Traktoren ganztägig zu erheblichen Behinderungen auf den Straßen kommen wird, die sich auch noch auf den abendlichen Berufsverkehr auswirken werden. Auch die Busse der VWG werden davon betroffen sein. Autofahrerinnen und Autofahrern wird empfohlen, das Stadtgebiet, wenn möglich, zu meiden oder aufs Fahrrad umzusteigen. Die Stadtverwaltung geht davon aus, dass auch Schulen und Kindertagesstätten aufgrund der Bauernproteste nur schwer erreichbar sein werden. Ein Hauptaugenmerk der Einsatzkräfte wird darauf liegen, die Erreichbarkeit der Krankenhäuser sowie die Zu- und Abfahrten für die Rettungsdienste zu gewährleisten.
Mit der Anreise der landwirtschaftlichen Fahrzeuge ist bereits am Vorabend sowie ab den frühen Morgenstunden zu rechnen. Diese soll grundsätzlich über die Hauptzufahrtsstraßen in Richtung Weser-Ems-Halle erfolgen. Besonders betroffen werden voraussichtlich die Donnerschweer Straße, die Alexanderstraße, die Ammerländer Heerstraße, die Ofener Straße, die Ammergaustraße, die Eichenstraße, die Hauptstraße, der Westfalendamm, der Marschweg, die Bundesstraße 401 und der Bereich um die Weser-Ems-Halle, dem Pferdemarkt und dem Stau sein. Die Abreise soll ebenfalls über die oben genannten Straßen erfolgen. Die Polizei wird Sperrungen einrichten, an denen landwirtschaftliche Fahrzeuge abgeleitet werden, um die An- und Abreise über die angegebenen Straßen gewährleisten zu können. Andere Verkehrsteilnehmer können diese Sperrungen passieren.
Die Polizei rät dringend, den Bereich Oldenburg weiträumig zu umfahren und insbesondere die genannten Straßen zu meiden und auf Parallelstraßen auszuweichen, um weitere Verkehrsbeeinträchtigungen zu vermeiden.
Die Stadt und die Polizei rufen zu besonnenem Verhalten auf. „Nach dem von den Verantwortlichen selbst gegebenen Verhaltenskodex soll eine friedliche und bürgerfreundliche Aktion durchgeführt werden. Wir gehen davon aus, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Demonstration sich daran auch halten werden“, sagte der Polizeipräsident der Polizeidirektion Oldenburg Johann Kühme. „Sollte es in Einzelfällen größere Blockadeaktionen, zum Beispiel von Not- und Rettungswegen geben, werden wir konsequent einschreiten. Unfriedliche Vorkommnisse wie in den Niederlanden werden nicht akzeptiert“, so der Polizeipräsident weiter. Zudem wird die Polizeidirektion Oldenburg die von den Versammlungsbehörden erlassenen Beschränkungen zur Durchführung der Versammlung kontrollieren. Ein besonderes Augenmerk wird die Polizei auf mitgeführte Anhänger (beispielsweise Güllefässer) sowie mögliche Viehtransporte legen.
Für Auskünfte zur aktuellen Lage steht an diesem Dienstag ab 7 Uhr das ServiceCenter der Stadt Oldenburg unter der Rufnummer 0441 / 235 44 44 zur Verfügung. Weitere Informationen zum Demonstrations- und Verkehrsgeschehen werden auch über die Facebook-Seite „Polizei Oldenburg“ sowie den Twitterkanal der Polizeiinspektion Stadt Oldenburg / Ammerland bekanntgegeben.
Update, 22. Oktober, 9.56 Uhr
Aktuelle Informationen gibt es auf unserem Twitter-Kanal und in unserer Facebook-Gruppe.
Update, 22. Oktober, 18.35 Uhr
Weitere Infos sind in unserem Artikel „Agrardemo: Fast 2000 Trecker in Oldenburg“ zu finden.
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