Region

„Sehnsucht Europa“: Integration durch Kulturbegegnung

Wie wollen wir in der Metropolregion Nordwest zusammenleben? Die Antwort auf diese Frage soll das Kulturprojekt Sehnsucht Europa geben.

Renate Heitmann, Michael Brandt, Anna Meincke (hintere Reihe) sowie Lena Nietschke und Jessica Leffers (von links) stellten das Projekt „Sehnsucht Europa“ vor.
Foto: Katrin Zempel-Bley

Oldenburg (zb) Wie wollen wir in der Metropolregion Nordwest zusammenleben? Die Antwort auf diese Frage soll das soeben gestartete Kulturprojekt „Sehnsucht Europa“ geben. Mitarbeiter von verschiedenen Kultureinrichtungen, Zugewanderte, Flüchtlinge und Bürger aus der Metropolregion mit ihren unterschiedlichen Kulturen stehen dabei im Mittelpunkt, begegnen sich auf Augenhöhe, um die Vernetzung zwischen Kultureinrichtungen und Migranten weiterzuentwickeln.

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Initiiert wurde das Projekt von der Oldenburgischen Landschaft gemeinsam mit dem Bremer Zusammenschluss kultureller Akteure „Stadtkultur Bremen“. Förderer sind unter anderem die Metropolregion Nordwest, der Senator für Kultur in Bremen und die Oldenburgische Landschaft. Insgesamt 185.000 Euro stehen dafür zur Verfügung. Die Hälfte der Kosten übernimmt die Metropolregion. Die restlichen Kosten teilen sich die Landschaft und die mitmachenden Akteure.

Was ist die gemeinsame „Sehnsucht Europa“ derer, die hier schon lange oder erst kurz leben? Darum dreht sich das Projekt, das an verschiedenen Orten der Metropolregion und mit unterschiedlichen Ansätzen versucht, Antworten zu finden.

Jessica Leffers, eine der Projektleiterinnen, hatte im vergangenen Jahr im Auftrag der Oldenburgischen Landschaft bereits untersucht, welche Kultureinrichtungen und Initiativen es schon gibt, die Flüchtlinge in ihre Arbeit einbeziehen. Seinerzeit meldeten sich 200 Akteure. Sie waren nicht nur an einer Vernetzung sondern auch an guten Ideen zur Integration durch Kulturbegegnung interessiert und zwar nicht nur in den größeren Städten sondern auch in kleineren Orten.

Genau das will das neue Projekt leisten. „Wir wollen mit guten Beispielen Anstöße und Ideen für die eigene Arbeit liefern“, sagt Dr. Michael Brandt, Geschäftsführer der Oldenburgischen Landschaft, der das Projekt zusammen mit Dr. Anna Meincke, Geschäftsführerin der Metropolregion Nordwest, sowie Renate Heitmann als Vertreterin der Stadtkultur Bremen vorstellte. „Kulturelle Aktivitäten bilden für alle Menschen die Grundlage für Dialog und Frieden und stärken den sozialen Zusammenhalt in der Region. Deshalb beteiligt sich die Metropolregion an dem Projekt“, macht Meincke klar.

„An dem Projektverbund sind Partner aus Bremen, das Museum für IndustrieKultur Delmenhorst, das Industriemuseum Lohne, das Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg und Kreismuseum Syke beteiligt“, zählt Lena Nietschke, ebenfalls Projektleiterin, auf. In Bremen werden im Bereich Theater und Tanz neue Produktionen in Schulen aber auch von professionellen Künstlern entwickelt. In Delmenhorst findet ein Dialog der Generationen statt. Enkelkinder werden ihre Großeltern befragen, die in den 1960er Jahren nach Delmenhorst kamen.

In Lohne beschäftigen sich die Akteure mit dem Wandel der alten und neuen Heimat türkischer Arbeitsmigranten, die in den 1960er Jahren kamen. In Oldenburg machen sich junge Flüchtlinge auf, das Zuhause in der Fremde zu erforschen. In Syke begeben sich Schüler auf Spurensuche, um die Einflüsse von Migranten auf das Stadtbild am Beispiel gastronomischer Betriebe zu erforschen.

Alle Ergebnisse werden im November 2017 in Form einer Wanderausstellung präsentiert, die durch die Metropolregion zieht. Alle, die an der Ausstellung interessiert sind, können sich bei der Metropolregion melden. „Sollte es weitere Projektinteressierte in der Region geben, so können sie sich gerne mit uns in Verbindung setzen“, sagt Brandt.

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1 Kommentar

  1. Karl
    19. Dezember 2016 um 17.35 — Antworten

    Meine „Sehnsucht Europa“ hält sich nicht nur in verdammt engen Grenzen, sondern wird auch noch mit jedem Tag weniger. Dabei gab es mal eine Zeit, in der ich mich selber als“europe-minded“ eingestuft hätte.

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